Gibt es Zionismus heute noch ?! Vielleicht....
- Henry Jakubowicz
- 16. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Ich war heute im Kibbutz Alumim im Süden Israels, nur wenige Kilometer von der Grenze zum Gazastreifen entfernt, eingeladen zu einer Tagung des Tourismus- und Landwirtschaftsnetzwerks westlicher Negev. Rund 40 Anbieterinnen und Anbieter aus der Region kamen zusammen, um über touristische Angebote rund um Landwirtschaft, regionale Erlebnisse und deren Vermarktung zu sprechen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Merage Foundation Israel.
Bis hierhin klingt das vielleicht nicht besonders außergewöhnlich.
Doch wenn man heute in diese Region fährt, nähert man sich gleichzeitig Orten wie Sderot, Nachal Oz oder Re'im. Orte, deren Namen seit dem 7. Oktober 2023 weltweit bekannt geworden sind. Entlang der Straßen begegnet man israelischen Fahnen, Bildern der Ermordeten und kleinen Gedenkstätten.Die Erinnerung ist überall präsent.
Im Kibbutz Alumim angekommen, begann die Veranstaltung mit einem lockeren Kennenlernen bei Kaffee und einem Food Truck. Anschließend wurden Laura und David Merage, die Gründer und Hauptförderer der Stiftung, gebeten, einige Worte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu richten. Laura Merage sprach davon, wie sehr sie die Menschen dieser Region beeindrucken. Dass sie gerade hier Kraft schöpfe. Dass nach einem so schrecklichen Ereignis Menschen nicht aufgeben, sondern neue Ideen entwickeln, neue Projekte aufbauen und neue Besucher in die Region bringen wollen. „Das ist die beste Antwort, die man geben kann“, sagte sie und endete mit "Toda raba" - Vielen Dank das ihr das macht!
Danach stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor. Fast jeder hatte eine persönliche Geschichte vom 7. Oktober. Fast jeder hatte einen Menschen verloren oder war indirekt betroffen gewesen.
Und dennoch beschäftigte sie alle dieselbe Frage:
Wie erzählt man unsere Geschichte – und schafft es trotzdem, einen Besucher mit Hoffnung nach Hause gehen zu lassen?
Eine Teilnehmerin namens Nurit erzählte von ihrem Sohn. Zu seinem Gedenken pflanzte sie Papayabäume. Heute können Besucher die Früchte selbst pflücken und anschließend verschiedene Papaya-Cocktails zubereiten. Ihr Sohn liebte Papayas. Für sie ist dies der schönste Weg, seine Erinnerung lebendig zu halten.

Nach wenigen Stunden fiel mir etwas auf.
Die Menschen in diesem Raum sprachen über Landwirtschaft, Tourismus, Familien, Besucher, Bildung und Zukunft.
Menschen, die trotz Verlust und Trauma bleiben.Menschen, die neues Leben schaffen.
Menschen, die das Land bearbeiten, Unternehmen gründen, Gäste empfangen und an eine Zukunft glauben.
Vielleicht ist genau das Zionismus!
Viel Erfolg & Behazlacha !!!

















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